Flussbauwerke der Elbe

 

Deiche

 

Ein Deich ist ein Damm aus Erdbaustoffen entlang einem Flussufer oder einer Küste zum Schutz gegen dauernde oder vorübergehende Überflutung von Niederrungen. Zum Deichbau eignen sich vor allem sandige Lehme oder stark lehmige Sande. Außerdem werden aus dem Staudammbau bekannte gegliederte Bauweisen angewendet, bestehend aus durchlässigen Stützkörpern, die gegen Durchsickerung entweder mit einem Lehmkern oder einer wasserseitigen Oberflächendichtung z.B. aus Ton, Asphaltbeton oder Kunststofffolien, geschützt werden (Definition lt. Brockhaus).

 

Elbedeich bei Tespe (Hafen Tespe)

 

Sinn und Zweck

 

Deiche werden unter anderem zum Schutz der Landwirtschaft, der Verkehrswege und Industrie, oder zum Schutz des Siedlungs- und Städtebaus errichtet.

 

Ein völlig dichten Deich oder optimaler Hochwasserschutz gibt es nicht, es existiert immer ein Restrisiko. Deiche werden nach anerkannten Regeln der Technik so gebaut, dass sie festgelegten Bemessungsereignissen mit bestimmter Wahrscheinlichkeit standhalten. Der Deich versagt bei ein höheres oder schlimmeres Ereignis.

 

Zur Geschichte des Deichbaus an der Elbe, gibt es nähere Infos unter der Rubrik "Geschichte".

 

Elbedeich bei Marschacht während der Hochwasserkatastrophe August 2002.

Das Deichvorland (die Aue), wie auf dem Foto zu sehen ist, wurde schon völlig vom Hochwasser überflutet. Weil der Wasserstand nicht weiter steigt, ist die Überflutung des Deiches nicht zu befürchten. Bei dauerhaften Hochwasserstand kann der Deich jedoch durchweichen, Wasser kann durchsickern und den Deich dadurch instabil machen. Der Deich muss ständig überwacht werden damit nach Anzeichen einer Schädigung sofort mit Deichschutzmaßnahmen begonnen werden kann. Besonders beim Austritt von trübem Sickerwasser (Materialaustrag), sind Deichverteidigungsmaßnahmen unter der Führung von sachkundigen Personen einzuleiten.

 

Deicharten und Begriffe

 

Beispiel einer Flusslandschaft. Deiche sind in ihrem Schutzzweck, der Bauart und Höhe unterschiedlich.

 

Binnendeich:

Unterteilt ein eingedeichtes Gebiet z.B. Polder. Er grenzt Schäden bei Überflutung oder Deichbrüchen ein.

Deichscharten:

Verschließbare Öffnungen im Deich (Tore, Dammbalken). Sie dienen als Wegdurchführung oder zum Ein- und Auslassen  von Hochwasser.

Flügeldeich:

Verbindet  Deichstrecken mit dem hoch liegendem Gelände.

Geschlossener Deich:

Ist an beiden Enden an ein hoch liegendes Gelände angeschlossen.

Leitdeich:

Lenkt den Hochwasserabfluss in eine bestimmte Richtung.

Offener Deich:

Ist nur Oberstrom an ein hoch liegendes Gelände angeschlossen und kann Unterstrom landseitig eingestaut werden.

Polder :

Meist als Grünland eingedeichte Fläche, die nur bei Eintreten eines kritischen Hochwassers zur Entlastung der Hauptdeiche oder zum Schutz von am Unterwasser liegenden hochwassergefährdeten Gebieten planmäßig geflutet werden. Die Flutung erfolgt über eingebaute Deichscharten, Deichschlitzungen oder Währe (DIN 4047-2: 1988-11).

Rückstaudeich:

Begleitet Nebengewässer vom Deich des Hauptgewässers aus so weit, dass keine Überflutung des gegen Hochwasser zu schützenden Gebietes durch Rückstau eintreten kann.

Ringdeich:

Umgibt und Schützt ein Gebiet allseitig (DIN 4047-2: 1988-11).

Schardeich:

Deich ohne Vorland, dessen Böschung unmittelbar in die Uferböschung übergeht.

Schlafdeich:

Hat durch Verlegung der Deichlinie seine bisherige Aufgabe verloren, kann aber als zweite Deichlinie noch von Bedeutung sein.

Siel (Deichschleuse):

Bauwerk mit Wasserseitiger Verschlussvorrichtung. Dient zum durchführen eines Wasserlaufes durch den Deich.

Sommerdeich:

Kann zeitweise überströmt werden. Schützt landwirtschaftliche Flächen vor kleine und mittlere, aber entsprechende häufige Hochwasser.

Volldeich, Hauptdeich, Winterdeich:

Deich zum Schutz von Siedlungs- und Niederungsgebieten gegen große und seltene Hochwasser.

 

 

 

 

Begriffe des Deiches

 

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