Flussbauwerke der Elbe

 

Begriffe: Dalben - Dalbe - Duckdalben - Dückdalben - Leitdalben - Anlegedalben - Abweisdalben - Rohrdalben

 

Dalben/Duckdalben = Verbindung von mehreren Pfählen aus Holz, Stahl, Beton, an denen Schiffe festmachen.

Begriffsherkunft

Über die Herkunft des Namens "Duckdalben" oder auch "Dückdalben", gibt es mehrere Vermutungen aber kein endgültiger Beweis. Duden, Brockhaus-Wörterbuch und Kluges etymologischem Wörterbuch nehmen an, dass das Wort abgeleitet wurde von:

1. nd. dükdallen = dallen oder dollen [= Pfähle], die schräg stehen [ducken]; wstfrs. dykdollen,

2. niederländischen "duken" für "tauchen" bzw. "dallen" für Balken,

3. abgeleitet von Duc d'Albe = Herzog von Alba (1507 - 1582), der diese Pfähle in den Niederlanden eingeführt haben soll.

 

Sinn und Zweck

Dalben sind in ihrer Bauart und Funktion unterschiedlich. Sie dienen Hauptsächlich als flexibel sichere Anlegestellen für Schiffe. Dalben können aber auch als bauliche Maßnahme zum Schutz anderer Bauwerke wie z.B. Brücken, Verwendung finden. Weitere Verwendungsbeispiele werden im nachfolgenden Text beschrieben.

 

Material

Früher wurden meterlange Eichenstämme verwendet die aus Gründen der Steifigkeit zumeist mit mehreren Hölzern im Verband standen. Aus Gründen der Haltbarkeit werden heute Hauptsächlich Stahldalben verwendet, die als offene Rohre (Rohrdalben) gerammt werden. Die Lebensdauer von Stahldalben beträgt ca. 20-25 Jahre. Holzdalben dagegen müssen nach wenigen Jahren ausgetauscht werden. Im Nord-Ostsee-Kanal, werden heute noch 16-pfählige Dalben aus bis zu 18 Meter langen Lärchenstämmen verbaut. Der Vorteil von Holzdalben ist, dass sie bei einer Schiffskollision kaum Schaden anrichten.

 

Unterscheidung

 

Anlegedalben und Vertäudalben

Dienen zum Anlegen und vertäuen (mit Tauwerk festmachen) von Schiffen. Der Unterschied zwischen Anlegedalben und Vertäudalben ist die Vermessungsart. Anlegedalben werden mit den Anlegekräften eines Schiffes (Ramstoß) bemessen. Vertäudalben werden mit der Trossenzuglast bemessen. Beide Dalbenarten sind meist kombiniert (Bild unten).

Bild rechts - Vertäudalben mit Trossenhalter um Schiffe zu befestigen. Bild links - Anlegedalben

 

Schutzdalben (Abweisdalben) und Leitdalben (Leitwerke)

Um Wasserbauwerke vor Schiffs-kollosionen zu schützen werden Schutzdalben bzw. Leitdalben verwendet. Die Grafik zeigt den Einsatz von Dalben um Brückenpfeiler zu schützen. Schiffe werden dadurch im sicheren Abstand an den Pfeilern vorbeigeleitet.

     

Streichdalben

Streichdalben sind an Kaimauern, in Schleusen, an Hafenanlagen befestigt und reichen nicht bis in den Grund. Die hölzernen Dalben schützen Wasserbauwerk und Schiffe wenn diese an den Dalben entlangreiben.

     

Leuchtfeuerdalben

Dienen zur Kennzeichnung und Befeuerung von Schifffahrtswegen.

     

Eisbrecherdalben

Eisplatten schieben sich auf die schräge Konstruktion hinauf und zerbrechen unter ihrem Eigengewicht. Sie wurden früher z.B. in der Tideelbe vor Hafeneinfahrten verwendet. Heute kommen eher Eisbrecher zum Einsatz.

 

     

Führungsdalben

Steganlagen, Pontons oder Schwimmdocks werden an Führungsdalben befestigt, so das eine vertikale Verschiebung der Anlagen bei unterschiedlichen Wasserständen möglich ist.

 

Deviationsdalben

 

Dalben, der sich an einem für die Deviationskontrolle günstigen Ort befindet. Von dem an Dalben festgemachten und um den Dalben drehenden Schiff aus kann dann ein geeignetes terrestrisches Objekt, dessen rechtweisende Peilung bekannt ist, auf verschiedenen Kursen gepeilt und die Deviationsbestimmung bzw. die Kompensation von Schiffsmagnetfeldern vorgenommen werden.

Deviationskontrolle: Bestimmung der Deviation eines Magnetkompasses durch Anmessung terrestrischer Objekte oder von Gestirnen. Liegt eine geographische Richtung fest, so kann die entsprechende mißweisende Richtung errechnet werden. Aus der Differenz zwischen der Kompaßablesung für diese Richtung und der mißweisenden Richtung ergibt sich die Deviation.

 

Setzen von Dalben

Dalben können mit Hilfe einer Ramme- gerammt, oder in den Grund gerüttelt werden. Das Verbauen der Dalben mit einem Rüttler (siehe Fotos), geschieht schonend für Material und fast lautlos, ist jedoch zeitaufwendiger als das Rammen.

 

 

Zur Vergrößerung auf die Miniaturbilder klicken!